Br-Online.de (Artikel vom 05.08.2011)
Entwicklung aus Hof Sauberes Wasser durch die “Water-Box” Lavaris unterstützt die Stiftung “Water is Right”
Die Hofer Firma Lavaris hat eine Anlage zur Wasserreinigung entwickelt, die in Entwicklungsländern Wertvolles leisten kann: Die “Water-Box” verwandelt ungenießbare Brühe in Trinkwasser und ist kleiner und kostengünstiger als bisherige Anlagen.
Weltweit über 884 Millionen Menschen haben immer noch keinen Zugang zu sauberem Wasser. Eine unvorstellbare Zahl – die durch eine Erfindung aus Oberfranken zumindest etwas sinken könnte. “Water-Box” hat die Hofer Firma Lavaris ihre Neuentwicklung getauft. Eine schwarze unscheinbare Kunststoffkiste, doppelt so breit wie ein herkömmlicher Reisekoffer. Im Innern befindet sich High-Tech: eine simple, aber ausgeklügelte Technik zur Wasserreinigung.
Spezialpulver regt Kalkbildung an
Alle paar Sekunden schüttet eine in der Box installierte Kleinpumpe ein Spezialpulver in den Behälter für das Dreckwasser. Entwickelt hat dieses Pulver Thomas Willoweit, Chemiker und Geschäftsführer bei Lavaris und Söll, zwei Wasserfirmen mit rund 80 Mitarbeitern in Hof. “In dem Pulver sind Mineralien, Karbonate und andere Stoffe enthalten”, erklärt Willoweit. “Wenn das Pulver mit Wasser reagiert, bildet sich Kalkkristalle, die eventuelle Bakterien und Viren aufnehmen und als Sediment ablagern.”
Schneller, mobiler, günstiger
Eigentlich imitiere das System nur den Selbstreinigungsprozess der Natur, sagt Willoweit, aber für Entwicklungsländer und Katastrophengebiete gleicht die schwarze Box einer Sensation. In nur zwei Minuten wird in der Box aus Dreckbrühe sauberes Trinkwasser. Und die Anlage ist nicht nur schneller, sondern mit 20.000 Euro auch fünfmal billiger als andere. Zudem ist die Box 75 Kilo leicht und gut zu transportieren. Kleine Dörfer etwa in Afrika könnten so ihre eigene Wasser-Versorgung aufbauen, unabhängig vom Preisdiktat der Großkonzerne.
UNO stellt weltweit Boxen auf
Auf großes Interesse stößt die Neuentwicklung unter anderem bei Rolf Stahlhofen. Der Sänger und Mitbegründer der Band “Söhne Mannheims” ist ehrenamtlicher Wasser-Botschafter der UNO und sucht seit Jahren nach Wegen, um mehr Menschen den Zugang zu Trinkwasser zu ermöglichen. “An so vielen Orten dieser Welt ist die Hauptaufgabe des Tages, den Wasserbedarf zu decken”, sagt Stahlhofen bei einem Firmenbesuch in Hof. “Als wir diese Erfindung beim Weltwassertag in Kapstadt vorgestellt haben, haben die internationalen Experten nur noch gestaunt. Das kann wirklich zur Lösung eines weltweiten Problems beitragen.” Die Technik aus Oberfranken geht also um die Welt: Die UNO-Habitat beginnt nun damit, gemeinsam mit der Stiftung “Water is right” von Rolf Stahlhofen, die ersten 50 Wasserboxen aufzustellen – unter andrem in Haiti, Kenia und Vietnam.
